Soundtrack - Merry Christmas

Soundtrack - Island Day


Das foobar-Experiment - Tagebuch eines Sacred-Skeptikers, Tag 7

Tag 7

Nach sieben Tagen, in denen ich verzweifelt überlegt habe, wie man einen verwundeten Begleiter heilen kann, wurde ich heute im Forum auf die Lösung hingewiesen: Jedes Mal, wenn man selbst einen Heiltrank einnimmt, heilen die Gefährten gleich mit. Da hätte ich aber auch selbst darauf kommen können. Man kennt das ja schließlich aus dem realen Leben. Einer genehmigt sich einen Schnaps und alle seine Begleiter sind gleich mit betrunken. Also wenn das nicht unlogisch ist, weiß ich es auch nicht.

Nachdem ich den nebulösen Sumpfboss besiegt habe, wartet auch schon die nächste Klimazone auf mich. Eine heiße Wüste. Die hiesige Fauna setzt sich vornehmlich aus Löwen, Spinnen, Skorpionen und aus dem Sand auftauchenden humanoiden Gegnern zusammen. Die Musik in der Wüste gefällt mir wieder einmal gut. Die Architektur der Städte und die Kleidung ihrer Bewohner wirken arabisch angehaucht.

Der hiesige Teil des Hauptquests stellt sich für mich persönlich zu einfach dar. Da kriegt man einfach mal von jemandem, dem man nie zuvor begegnet ist, erzählt, dass da ein guter und ein böser Anwärter um die Thronfolge streiten. Und natürlich sollen wir dem Guten helfen, was wir dann auch prompt machen - zumindest bei der Licht-Kampagne. Eventuell ist es bei der Schatten-Version umgekehrt. Nur stellt sich eben die Frage, wieso meine Hochelfe eigentlich glauben soll, dass die Dinge immer so sind, wie irgendwelche daher gelaufenen Fremden es ihr erzählen.

Das hat mich schon früher stutzen lassen, aber hier ist es besonders auffällig. Woher weiß sie, dass sie wirklich "dem Guten" hilft und nicht einfach manipuliert wird? Sie nimmt die Aussage des Vasallen einfach als neutrale, objekte Tatsache an. Dabei erwartet man doch gerade von einer Hochelfe, dass sie mit politischen Ränkespielen und Intrigen vertraut genug ist, um nicht einfach blindlings jemandem zu vertrauen. Wenn ich böse - oder sagen wir besser: eigensüchtige - Absichten verfolgen würde, wäre es doch wirklich selten dämlich, das auch offen einzugestehen.

Also warum besteht zu keiner Zeit Zweifel daran, dass der Gute wirklich der Gute ist und nicht vielleicht der Böse? Vielleicht sind die beiden Thronfolger ja auch beide gleich schlimm, wer weiß? Hier schlägt wieder einmal meine RPG-Neigung durch: Ich versuche, die Motive und Hintergründe den agierenden NPCs zu durchschauen und erwarte dabei komplexe Charaktere und durchaus auch verworrene Situationen, die es erst einmal aufzudröseln gilt. Doch leider zeigt sich der Hauptquest bisher recht linear und eindimensional, ebenso wie die beteiligten NPCs. In dieser Hinsicht ähnelt Sacred 2 dem klassischen Schwarz-Weiß-Western: Die Bösen erkennt man immer zuverlässig an den schwarzen Hüten. Das ist eine für mich persönlich eher unbefriedigende Präsentation der Geschichte und ihrer Akteure. Hier wird viel Potential verschenkt.

Was erkläre ich heute mal? Hmm... vielleicht die Karte. Man hat von Beginn an eine komplette Ancaria-Karte zur Verfügung. Es also nicht nötig, erst einmal Karte(n) zu finden oder zu kaufen, wie in manch anderem Spiel. Allerdings ist die Karte komplett ausgegraut und nur bereits erforschte Gebiete werden farbig und mit Objektmarkierungen (Städte, Seelensteine, etc.) dargestellt. Man deckt die Kartendetails also nach und nach auf. Questziele werden immer auf der Karte angezeigt, die sich übrigens mit einer schicken Flammenanimation ein- und ausblendet. Auch eigene Markierungen kann man vornehmen. Daneben gibt es noch eine Minimap, die einen kleinen Kartenausschnitt um die Spielfigur herum anzeigt. Dort sind ebenfalls die Positionen der Gegner sowie Questmarker eingeblendet. Ein Druck auf die Tabulator-Taste zeigt eine vergrößerte Minimap an, auf der mehr zu sehen ist.

Heutiges Fazit: Die allwissende Karte einschließlich Minimap dürfte für eingefleischte RPGler deutlich zu auskunftsfreudig sein; sie ist mehr als nur ein Stück Papier mit einer Zeichnung darauf. Die Wüste an sich ist eine interessante Gegend, aber dem Hauptquest fehlt es an Tiefe und Komplexität.


geschrieben von foobar | Im Forum diskutieren